Winterdienst

Ein über lange Jahre erprobter, ausgeklügelter Winterdienstplan ist notwendig, um eine der schwierigsten Aufgaben der Tiefbauverwaltung sicher abwickeln zu können. Im Rahmen einer Dienstbesprechung wird bereits im Oktober jeden Jahres der Winterdiensteinsatzplan festgelegt. Die Streustrecken sind dabei so optimiert, dass die Kapazitäten der Fahrzeuge (Salzlademenge) ausgereizt sind und möglichst wenig Leerfahrten entstehen. Dazu wurden in Kooperation mit den Städten und Gemeinden, den angrenzenden Landkreisen und dem Staatlichen Bauamt Würzburg auch verschiedene Strecken getauscht. So betreut der Landkreis Main-Spessart momentan im Tausch ca. 25 km Straßen für andere Kommunen. Weiterhin wird größter Wert darauf gelegt, dass Schulbusstrecken und verkehrswichtige Straßen oder Pendlerstrecken möglichst als erstes geräumt werden.

Eingesetzte Fahrzeuge:
2 landkreiseigene Unimogs mit Schneepflug und Streuautomat
2 landkreiseigene LKWs mit Schneepflug und Streuautomat
5 angemietete LKW (Schneepflug und Streuautomat werden vom Landkreis gestellt)

Für die Lagerung von Auftausalz halten wir vor:
2 Salzlagerhallen mit je 1.000 to Fassungsvermögen (Bauhof Karlstadt und Stützpunkt Marktheidenfeld)
2 Laugetanks mit je 25 m³ Fassungsvermögen (Bauhof Karlstadt und Stützpunkt Marktheidenfeld)
1 Streugutsilo in Wiesthal mit 75 to
1 Streugutsilo in Langenprozelten mit 75 to.





Feuchtsalz-Einsatz:

Seit 20 Jahren wird beim Landkreis Main-Spessart im Straßenwinterdienst Feuchtsalz eingesetzt. Das Feuchtsalzverfahren beruht darauf, dass das trockene Streusalz vor dem Streuen mit einer Salzlösung angefeuchtet wird. Als Streusalzlauge wird 30%-iges Magnesiumchlorid verwendet. Das Streugerät besitzt neben dem Streugutsilo für trockenes Salz zusätzlich einen Tank für die Salzlauge. Mit dieser Lösung wird das trockene Salz erst unmittelbar vor dem Aufbringen auf die Fahrbahn befeuchtet. Folgende Vorteile bietet die Feuchtsalzstreuung:

  1. Das Salz geht durch eine bessere Verteilung auf der Fahrbahn (homogenes Streubild) und durch den Feuchteanteil schneller in Lösung über und wirkt damit schneller auf der Fahrbahn (höhere Verkehrssicherheit).
  2. Durch die Feuchte haftet das Salz wesentlich besser auf der Fahrbahn, so dass weniger Salz durch Wind oder den Verkehr von der Fahrbahn weggeschleudert wird; außerdem wird durch die Feuchte der Feinstaubanteil des Salzes, der ansonsten meist schon beim Ausbringen verweht wird, gebunden. Damit reicht eine deutlich geringere Salzmenge zur Erzielung des gleichen Taueffektes aus.
  3. Die geringeren Streumengen ermöglichen u.a. kürzere Leerfahrten und verbessern somit die Effektivität des Winterdienstes.
  4. Durch die bessere Haftung ergibt sich auch eine länger anhaltende Tauwirkung.
  5. Feuchtsalz ist auch bei tieferen Temperaturen (unter 10 Grad Celsius) noch gut wirksam.
  6. Die höheren Investitionskosten, die bei der Ausstattung der Geräte mit Feuchtsalzeinrichtung aufgewendet werden müssen, können sowohl durch den geringen Verbrauch an Auftausalz als auch durch bessere Umweltverträglichkeit wieder ausgeglichen werden.


Copyright 2013 Landratsamt Main-Spessart | zuletzt aktualisiert am 12.09.2013